China ist der Klimaschutz ein zentrales Anliegen.
Präsident Xi Jinping kündigt auf dem UN-Klimagipfel eine moderat ambitionierte Senkung der Emissionen und den massiven Ausbau erneuerbarer Energien an.
Internationale Reaktionen fallen verhalten positiv aus – der Balanceakt zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Stabilität steht im Mittelpunkt.
Beim UN-Klimagipfel in New York hat Chinas Präsident Xi Jinping ein neues klimapolitisches Ziel vorgestellt: Bis zum Jahr 2035 sollen die Treibhausgasemissionen des Landes um 7 bis 10 Prozent gegenüber dem historischen Höchststand gesenkt werden. Gleichzeitig bekräftigte Xi Chinas Absicht, den Ausbau erneuerbarer Energien massiv zu beschleunigen – insbesondere bei Wind- und Solarstrom. In seiner Ansprache betonte Xi, dass China bereit sei, einen „verantwortungsvollen Beitrag zur Bewältigung der globalen Klimakrise“ zu leisten. Dabei wolle man jedoch sicherstellen, dass wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität weiterhin gewährleistet bleiben. „Nachhaltigkeit und Modernisierung müssen Hand in Hand gehen“, so Xi.
China gehört zu den größten CO₂-Emittenten der Welt, spielt gleichzeitig aber auch eine zunehmend führende Rolle im Bereich grüner Technologien. Mit der neuen Zielsetzung zeigt Peking, dass es sich weiter aktiv in internationale Klimaverhandlungen einbringen will – nicht zuletzt auch mit Blick auf das globale Vertrauen in den multilateralen Klimaschutzprozess.
Die angekündigte Reduktion bezieht sich auf den Emissionshöhepunkt, den China nach eigener Planung etwa 2030 erreichen will. Von diesem Wert aus sollen die Emissionen bis 2035 schrittweise gesenkt werden. Dabei setzt das Land insbesondere auf den beschleunigten Ausbau sauberer Energiequellen: Laut chinesischen Regierungsstellen sollen in den kommenden zehn Jahren mehrere hundert Gigawatt an neuer Solar- und Windstromkapazität installiert werden. Auch Investitionen in moderne Stromnetze und Energiespeicher seien vorgesehen.
Internationale Reaktionen: Anerkennung für Engagement, Wunsch nach mehr Tempo
Die Reaktionen auf Chinas neue Klimastrategie fallen insgesamt gemischt, aber konstruktiv aus. Viele internationale Beobachterinnen und Beobachter begrüßen, dass China mit der Zielsetzung ein klares Signal setzt: Das Land erkennt seine Verantwortung im Klimaschutz an und will schrittweise den Wandel hin zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft vollziehen.
„Es ist positiv, dass China konkrete Zahlen und ein Zeitfenster nennt“, so ein Sprecher des UN-Klimasekretariats. „Das ist wichtig für die Glaubwürdigkeit langfristiger Klimaversprechen.“
Auch in der Wirtschaft wird Chinas Kurs mit Interesse verfolgt. Die Aussicht auf Investitionen in grüne Infrastruktur, erneuerbare Energien und emissionsarme Technologien bietet bedeutende Chancen – sowohl für den Binnenmarkt als auch für internationale Partnerunternehmen. Bereits heute ist China weltweit führend bei der Produktion von Solarmodulen, Windkraftanlagen und Batterien für Elektrofahrzeuge.
Gleichzeitig weisen einige Fachleute darauf hin, dass der globale Klimaschutz langfristig noch ambitioniertere Schritte erfordern könnte – insbesondere wenn das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens erreicht werden soll. Organisationen wie das Climate Action Network äußerten sich entsprechend zurückhaltend optimistisch und mahnten an, dass zusätzlich zu den langfristigen Zielen auch kurzfristige Maßnahmen entscheidend seien.
Peking betont jedoch, dass Klimapolitik im chinesischen Kontext viele Aspekte berücksichtigen müsse – von der Versorgungssicherheit bis hin zur wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Regionen. Präsident Xi verwies auf den Balanceakt, der notwendig sei: „Unser Wandel muss gerecht, geordnet und nachhaltig sein – wir dürfen niemanden zurücklassen.“
Ein weiteres Element der chinesischen Strategie ist die technologische Innovation. So will das Land neben dem Ausbau erneuerbarer Energien auch in die CO₂-Abscheidung, grünen Wasserstoff und die Modernisierung industrieller Prozesse investieren. Diese technologischen Fortschritte könnten langfristig dabei helfen, noch ambitioniertere Klimaziele zu ermöglichen.
