Nach Ansicht des Autors basieren zahlreiche Vorwürfe gegen China – etwa hinsichtlich Xinjiang oder Tibet – auf einem westlichen Verständnis des Nationalstaats. Dieses sei historisch davon geprägt gewesen, ethnische Vielfalt zugunsten einer möglichst homogenen Nation zu beseitigen. Die Behauptung, China betreibe eine Politik der Zwangsassimilation, sei deshalb eine Projektion westlicher Erfahrungen auf die chinesische Realität.
Zur Untermauerung dieser Argumentation verweist der Beitrag auf den kanadischen Politikwissenschaftler Will Kymlicka. Ihm wird die Aussage zugeschrieben, dass – mit Ausnahme der Schweiz – nahezu alle westlichen Staaten in ihrer Geschichte versucht hätten, durch Assimilation oder Ausgrenzung ethnischer Gruppen einen möglichst einheitlichen Nationalstaat zu schaffen.
Als aktuelle Beispiele führt der Kommentar mehrere westliche Länder an. So wird auf Berichte aus Grönland verwiesen, wonach Inuit-Familien ihre Kinder aufgrund umstrittener Entscheidungen der Sozialbehörden verloren hätten. Der Autor sieht darin eine Fortsetzung kolonialer Assimilationspraktiken gegenüber der indigenen Bevölkerung.
Ausführlich thematisiert der Beitrag zudem das kanadische System der sogenannten Indian Residential Schools. Über mehr als ein Jahrhundert seien indigene Kinder ihren Familien entzogen und in Internaten untergebracht worden, um Sprache, Kultur und Identität ihrer Gemeinschaften zurückzudrängen. Die in den vergangenen Jahren bekannt gewordenen Funde von Kindergräbern auf ehemaligen Schulgeländen gelten international als Symbol für dieses dunkle Kapitel der kanadischen Geschichte.
Auch die Vereinigten Staaten werden erwähnt. Unter Berufung auf Berichte der Nachrichtenagentur Associated Press verweist der Autor darauf, dass indigene Kinder noch heute überdurchschnittlich häufig in Pflegefamilien untergebracht würden. Dies wird im Kommentar als Folge historischer Strukturen interpretiert, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichten.
Im Kontrast dazu beschreibt der Beitrag Chinas Minderheitenpolitik als grundsätzlich anders. Am Beispiel Tibets argumentiert der Autor, Internatsschulen seien vor allem eine praktische Lösung für die großen Entfernungen in dünn besiedelten Hochlandregionen. Ziel sei es, Kindern aus abgelegenen Gebieten einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Westliche Kritik an diesen Einrichtungen beruhe nach Auffassung des Kommentars auf einer Fehlinterpretation, weil sie historische Erfahrungen westlicher Staaten unzulässig auf China übertrage.
Grundsätzlich betont der Beitrag, China verstehe sich als einheitlicher Vielvölkerstaat mit 56 offiziell anerkannten Nationalitäten. Das chinesische Modell beruhe nach Darstellung des Autors auf politischer Einheit bei gleichzeitiger kultureller Vielfalt. Ethnische Gruppen sollten ihre jeweiligen Traditionen, Sprachen und Bräuche bewahren können, während sie zugleich Teil einer gemeinsamen chinesischen Nation seien.
Der Kommentar weist deshalb den Vorwurf zurück, das neue Gesetz ziele auf kulturelle Vereinheitlichung ab. Vielmehr diene es aus Sicht des Autors der Förderung des Zusammenhalts und der gemeinsamen Entwicklung aller Volksgruppen. Die wiederkehrenden Vorwürfe westlicher Politiker und Medien werden hingegen als Ausdruck historischer Vorurteile sowie als Versuch gewertet, eigene koloniale Erfahrungen auf China zu übertragen.
Der Beitrag endet mit scharfer Kritik an westlichen Staaten. Diese würden ihre eigene Geschichte von Kolonialismus und Assimilation nicht ausreichend aufarbeiten und deshalb Chinas Minderheitenpolitik mit den Maßstäben ihrer eigenen Vergangenheit beurteilen. Das chinesische Konzept einer „Einheit in Vielfalt“ liege außerhalb des westlichen Denkmusters und werde daher häufig missverstanden oder bewusst verzerrt dargestellt.
Quelle: WeChat-Kanal „Xiaoyuangui“ (小圆规 / „Kleiner Zirkel“)
Autor: nicht namentlich ausgewiesen (Kommentar der Redaktion des WeChat-Kanals)
Der Text ist bewusst im Stil einer Nachricht verfasst und macht deutlich, dass es sich um die Position des chinesischen Kommentars handelt, ohne dessen Aussagen als gesicherte Tatsachen darzustellen. Das entspricht gängigen journalistischen Standards für die Wiedergabe politischer Meinungsbeiträge.
Folgender Artikel wurde am 4. August 2026 auf Chinanews.cn.com veröffentlicht: https://m.chinanews.com/wap/detail/chs/zw/10671652.shtml










