Trump provoziert China.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China verschärft sich erneut – neue Zölle und politische Drohungen stehen im Raum. Ex-Präsident Donald Trump fordert zudem, dass europäische NATO-Staaten vollständig auf russisches Öl verzichten. Die geopolitischen Spannungen nehmen zu und könnten weitreichende Folgen für Weltwirtschaft und Energieversorgung haben.
Peking / Washington, 16. September 2025 – Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China gewinnt erneut an Brisanz. Trotz einer zwischenzeitlichen Entspannung im Sommer, in der beide Seiten für 90 Tage eine Zollpause vereinbart hatten, haben die USA unter Ex-Präsident Donald Trump ihre protektionistische Linie wieder verschärft. Zuletzt kündigte Trump neue massive Zollerhöhungen auf chinesische Waren an – teils bis zu 100 % auf bestimmte Produktkategorien. China reagierte prompt mit eigenen Gegenmaßnahmen und leitete unter anderem neue Untersuchungen gegen US-Halbleiterimporte ein. In Peking wirft man Washington vor, gezielt wirtschaftlichen Druck auszuüben und internationale Handelsregeln zu untergraben.
Bereits im Mai hatten sich die beiden Wirtschaftsmächte auf eine befristete Entspannung geeinigt, bei der einige der gegenseitigen Zölle ausgesetzt oder reduziert wurden. Ziel war es, Raum für neue Verhandlungen zu schaffen. Doch diese Phase der relativen Ruhe scheint beendet. Besonders sensibel bleiben weiterhin strategische Bereiche wie Technologie, Elektronik, Agrarprodukte und seltene Erden, in denen gegenseitige Abhängigkeiten bestehen. Der Schritt Chinas, erneut WTO-Beschwerden gegen US-Zölle anzustreben, unterstreicht die wachsende Frustration auf chinesischer Seite.
Parallel zur Eskalation im Handelsstreit sorgt Donald Trump nun auch außenpolitisch für Spannungen. In einem Auftritt forderte er, dass sämtliche NATO-Staaten – insbesondere in Europa – ihre Ölimporte aus Russland vollständig einstellen sollen. Er kritisierte, dass einige NATO-Mitglieder trotz des Ukraine-Kriegs weiterhin russisches Öl beziehen würden und bezeichnete dies als „inakzeptabel und schwächend für den Westen“. Trump stellte in Aussicht, Länder, die sich nicht fügen, mit wirtschaftlichen Konsequenzen zu belegen.
Besonders brisant: Trump drohte auch China mit neuen Strafzöllen in Höhe von 50 bis 100 Prozent, sollte Peking weiterhin russisches Öl kaufen. Diese Forderung bringt China in eine geopolitisch schwierige Lage, da Russland ein zentraler Energiepartner des Landes ist – sowohl politisch als auch wirtschaftlich.
Die Kombination aus verschärftem Handelsdruck, energiepolitischer Einflussnahme und geopolitischer Polarisierung erhöht die Unsicherheit auf den globalen Märkten. Für China bedeuten Trumps jüngste Aussagen nicht nur ein zunehmendes Risiko für den Export in die USA, sondern auch potenzielle Eingriffe in seine Energieversorgung. Gleichzeitig stehen europäische Staaten unter Druck, zwischen eigenen energiepolitischen Interessen und transatlantischer Geschlossenheit zu balancieren. Sollte sich Trumps Linie im Wahlkampf oder in einer möglichen neuen Präsidentschaft durchsetzen, könnte eine neue Phase harter wirtschaftlicher Blockbildung zwischen dem Westen und China bevorstehen.
