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Bundespräsident reist nach Peking: Schweiz und China vertiefen ihre Wirtschaftsbeziehungen

Am vergangenen Freitag, dem 30. Oktober 2026, traf der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin in Peking auf den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping. Im Mittelpunkt des hochrangigen Besuchs standen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und China, die wissenschaftliche Zusammenarbeit und die internationale Handelspolitik.

Das wichtigste Ergebnis: Beide Länder haben ein modernisiertes Freihandelsabkommen unterzeichnet, das Schweizer Unternehmen einen deutlich verbesserten Zugang zum chinesischen Markt ermöglichen soll.

Eine Partnerschaft mit langer Geschichte

Die Schweiz gehört zu den ersten westlichen Staaten, die 1950 diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufnahmen.

2014 trat das erste Freihandelsabkommen Chinas mit einem kontinentaleuropäischen Staat in Kraft. Zwei Jahre später vereinbarten Bern und Peking eine sogenannte Innovative Strategische Partnerschaft.

2026 feiert diese Partnerschaft ihr zehnjähriges Bestehen. China ist inzwischen nach der Europäischen Union und den USA der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz.

Was stand auf dem Besuchsprogramm?

Parmelin reiste mit einer Delegation aus Wirtschaft und Wissenschaft nach China.

Am Freitag empfing ihn Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes in Peking. Die beiden Staatsoberhäupter diskutierten über Handel, Investitionen, Forschung und Innovation sowie über internationale Sicherheitsfragen.

Auf dem Besuchsprogramm standen außerdem Gespräche mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao, der Arbeits- und Sozialministerin Wang Xiaoping, Bildungsminister Huai Jinpeng und Wissenschaftsminister Yin Hejun.

Hinzu kamen Treffen mit Wirtschaftsvertretern beider Länder und ein schweizerisch-chinesisches Wirtschaftsforum.

Was wurde konkret beschlossen?

Erstens: Ein verbessertes Freihandelsabkommen.

Die Verhandlungen zur Modernisierung des bestehenden Abkommens waren bereits im August abgeschlossen worden. Am 30. Oktober wurde das entsprechende Protokoll offiziell unterzeichnet.

Nach den veröffentlichten Angaben sollen künftig rund 99,8 Prozent der Schweizer Exporte zollfrei nach China gelangen können. Das bedeutet einen erheblich verbesserten Marktzugang für die Schweizer Exportwirtschaft.

Auch die Rahmenbedingungen für Investitionen werden verbessert. Zusätzlich enthält das modernisierte Abkommen neue rechtsverbindliche Bestimmungen zu Umweltstandards, Arbeitnehmerrechten und nachhaltiger Entwicklung.

Zweitens: Mehr Zusammenarbeit in Forschung und Technologie.

Die Schweiz und China unterzeichneten ein Abkommen zur grenzüberschreitenden Verwaltung wissenschaftlicher Daten. Dadurch soll der Austausch von Forschungsdaten zwischen Wissenschaftlern beider Länder auf eine verlässlichere rechtliche Grundlage gestellt werden.

Xi Jinping sprach sich außerdem dafür aus, die Zusammenarbeit in Zukunftsbranchen auszubauen – insbesondere bei künstlicher Intelligenz, digitaler Wirtschaft und grünen Energiespeichertechnologien.

Drittens: Zusammenarbeit im Arbeitsmarkt und weiteren Bereichen.

Beide Länder unterzeichneten ein zusätzliches Abkommen über Arbeit und Beschäftigung. Nach chinesischen Angaben wurden außerdem Kooperationsdokumente im Medienbereich unterzeichnet.

Xi Jinping: Zusammenarbeit statt Abschottung

Der chinesische Staatspräsident nutzte das Treffen auch für eine grundsätzliche handelspolitische Botschaft.

Angesichts zunehmender Handelskonflikte und protektionistischer Maßnahmen sprach sich Xi für wirtschaftliche Offenheit und eine stärkere internationale Zusammenarbeit aus.

Er bezeichnete die Schweiz als wichtigen Partner Chinas in Europa und würdigte die langjährige wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder.

Peking hofft außerdem, dass die Schweiz mit ihrer besonderen Stellung in Europa zu stabileren Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und den europäischen Staaten beitragen kann.

Parmelin wiederum bekräftigte die schweizerische Ein-China-Politik und betonte die Bedeutung von Freihandel, Multilateralismus und gegenseitigem Respekt.

Welche Bedeutung hat das Treffen für Europa?

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert.

Während die USA und die Europäische Union verstärkt auf Handelsbeschränkungen und wirtschaftspolitische Schutzmaßnahmen setzen, baut die Schweiz ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu China weiter aus.

Für die Schweizer Exportwirtschaft eröffnet das neue Abkommen zusätzliche Chancen auf einem der größten Absatzmärkte der Welt.

Für China wiederum ist die Vereinbarung auch ein politisches Signal: Trotz wachsender geopolitischer Spannungen ist eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit europäischen Staaten weiterhin möglich.

Allerdings bedeutet das Abkommen nicht, dass sämtliche politischen Differenzen verschwunden wären. Die Schweiz und China führen weiterhin Dialoge über Menschenrechte und andere sensible Fragen.

Fazit

Der Besuch von Guy Parmelin in Peking war weit mehr als ein diplomatischer Höflichkeitsbesuch.

Mit dem modernisierten Freihandelsabkommen und neuen Vereinbarungen in Forschung und Beschäftigung schaffen die Schweiz und China konkrete Grundlagen für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Während weltweit neue Handelsbarrieren entstehen, setzen Bern und Peking damit bewusst auf wirtschaftliche Öffnung.

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